Die BVMW Medienhighlights vom 10. Juli bis 15. September 2026 zeigen, wie der Mittelstand wirtschaftspolitische Debatten aktiv mitgestaltet. Der BVMW brachte die Interessen kleiner und mittelständischer Unternehmen in reichweitenstarke Fernsehformate, überregionale Zeitungen, Wirtschaftsmedien und Radiosendungen ein. Im Mittelpunkt standen die Innovationsförderung, notwendige Reformen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas und bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen.
Die Medienresonanz macht deutlich, welchen Einfluss eine organisierte Interessenvertretung entwickeln kann. Besonders sichtbar wurde dies beim vorläufigen Antragsstopp für das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, kurz ZIM.
BVMW Medienhighlights rund um den ZIM-Antragsstopp
Rückmeldungen der Mitglieder werden zum politischen Anliegen
Besonders viele Rückmeldungen erreichten den BVMW nach der Ankündigung, das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand, kurz ZIM, einzufrieren. Mitglieder meldeten sich per E-Mail und Telefon. Sie äußerten ihr Unverständnis über den Antragsstopp bei einem Programm, das mittelständische Forschung und Entwicklung unterstützt.
Sebastian Krauß, Leiter Politik Inland, und sein Team griffen die Rückmeldungen auf und formulierten einen Brief an die Bundesregierung. Dieser richtete sich an Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sowie die Fraktionsspitzen von Union und SPD. Die Forderung lautete, den Antragsstopp schnellstmöglich zu korrigieren.
Mehr als 2.000 Medientreffer innerhalb von 48 Stunden
Am 24. August berichtete die Neue Osnabrücker Zeitung über den Brief. Auch Politico, BILD und Welt TV beschäftigten sich mit dem Thema. Im Interview mit MDR Aktuell am folgenden Tag kritisierte Christoph Ahlhaus die fehlende Verlässlichkeit bei der Innovationsförderung.
Nach Angaben des BVMW führte die Kampagne innerhalb von 48 Stunden zu mehr als 2.000 Medientreffern. Lokale und regionale Medien griffen das Thema ebenso auf wie überregionale Redaktionen.
Die Zahl beschreibt die öffentliche Aufmerksamkeit für das Anliegen. Sie belegt noch keine politische Kursänderung, zeigt aber, dass die Beschwerden der Mitglieder weit über die Geschäftsstelle des Verbandes hinaus Gehör fanden.
Wirtschaftsreformen nach der Sommerpause
Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen
Der ZIM-Antragsstopp stand in einer breiteren Debatte über die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung. In zahlreichen Interviews ging es darum, wann Unternehmen mit der Umsetzung angekündigter Reformen rechnen können.
BVMW-Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus kritisierte im August vor allem das fehlende Gesamtkonzept. Im Gespräch mit der FAZ am 19. August bemängelte er auch die Kommunikation der Regierung. Wenige Tage später sprach er in der NOZ von einem bevorstehenden „Herbst der Wahrheit“.
Für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer ist diese Frage sehr konkret. Wer eine Investition vorbereitet, muss mit bestehenden Rahmenbedingungen rechnen. Eine angekündigte Entlastung lässt sich noch nicht verlässlich in die eigene Kalkulation aufnehmen.
Die Forderungen des Mittelstands in Radio und Fernsehen
Rund um die Kabinettsklausur in Neuhardenberg war der BVMW in mehreren Nachrichten- und Interviewformaten vertreten. Dazu gehörten Bayern 2, MDR Aktuell, SWR Aktuell Radio und die Newstime-Sendungen bei Sat.1, ProSieben und Kabel Eins. Im ZDF Mittagsmagazin ordnete Ahlhaus am 26. August die Ergebnisse der Beratungen ein.
Am selben Abend diskutierte er bei „maischberger“ mit dem Juso-Vorsitzenden Philipp Türmer. Es ging unter anderem um Reformen und die Belastung großer Erbschaften. FAZ, Focus und Express griffen die Auseinandersetzung anschließend auf.
Auch im ntv-Interview vom 15. September blieb die Forderung gleich. Die Bundesregierung müsse ihre Versprechen und Ankündigungen umsetzen.
Welche politischen Rahmenbedingungen beschäftigen Sie gerade in Ihrem Unternehmen? Sprechen Sie uns beim BVMW Mittelrhein an. Wir möchten erfahren, wo Entscheidungen Ihren Betriebsalltag erschweren und welche Änderungen Sie für sinnvoll halten.
Europäische Mittelstandsverbände wenden sich an Brüssel
Ein gemeinsamer Brief an Ursula von der Leyen
Neben der deutschen Wirtschaftspolitik beschäftigte den BVMW die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Gemeinsam mit führenden Mittelstandsverbänden aus neun europäischen Ländern wandte sich der Verband an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Der Brief forderte, die Anstrengungen für eine wettbewerbsfähigere europäische Wirtschaft zu beschleunigen. Aufseiten des BVMW begleiteten Stefan Moritz und Dr. Christoph Wiedenroth die Initiative.
Berichterstattung in Les Echos und BILD
Die französische Wirtschaftszeitung Les Echos berichtete am 9. September über den gemeinsamen Vorstoß. Im Beitrag beschrieb Christoph Ahlhaus, warum die Verbände zusammen auftreten. Wenn deutsche, französische, italienische und polnische Unternehmervertretungen ihre Anliegen gemeinsam vortragen, sprechen sie gegenüber Brüssel mit mehr Gewicht.
Am 15. September griff BILD den Brief auf. Im Mittelpunkt standen die Warnungen der Verbände vor industriellem Substanzverlust und Arbeitsplatzabbau sowie die Sorge vor chinesischen Übernahmen europäischer Unternehmen.
Der BVMW brachte seine Positionen auch in weitere internationale Medien ein. Bereits am 7. September hatte Bloomberg mit Ahlhaus über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und mögliche Auswirkungen auf internationale Investitionen gesprochen.
Mitgliedsunternehmen berichten aus ihrem Alltag
Kreditvergabe am Beispiel eines Unternehmens aus Neuwied
Zwischen den Interviews zu Reformen und Förderprogrammen fanden sich Beiträge, die näher an einzelnen Betrieben waren. Ein Beispiel kam aus unserer Region.
Am 5. August berichtete tagesschau.de über die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen. Neben BVMW-Chefvolkswirt Hans-Jürgen Völz kam Laura Lang zu Wort, Geschäftsführerin von W.R. Lang, einem Unternehmen aus der Orthopädiebranche in Neuwied. Sie schilderte ihre Enttäuschung über die zurückhaltende Haltung ihrer Hausbank. Die Investition setzte das Unternehmen schließlich mit eigenen Mitteln um.
Solche Erfahrungen geben einer wirtschaftspolitischen Diskussion einen konkreten Bezug. In diesem Fall ging es um einen Betrieb und eine Finanzierungsentscheidung, die die Unternehmerin nicht nachvollziehen konnte.
Bürokratie, Arbeitsalltag und Unternehmensnachfolge
Auch andere Mitgliedsunternehmen und Verbandsthemen fanden Eingang in die Berichterstattung.
- Am 15. Juli behandelte Newstime bei Sat.1 das Thema Bürokratie am Beispiel des Mitgliedsunternehmens Akmira Optronics.
- Am 6. August war Mitgliedsunternehmerin Christina Böhm in der ZDF-Sendung „Sarah Tacke“ zu Gast. Die Geschäftsführerin eines familiengeführten Malerbetriebs diskutierte über Arbeit und Krankenstände.
- Am 2. September berichtete brand eins über junge Unternehmerinnen und Unternehmer, darunter Mitglieder des Jungen Mittelstands.
- Am 14. September erläuterte Hans-Jürgen Völz in der Welt Entwicklungen rund um Investitionen in die Verteidigungsindustrie.
Weitere Beiträge beschäftigten sich mit Betriebsrenten und flexibleren Übergängen in den Ruhestand. Damit kamen auch Fragen zur Sprache, die Unternehmen als Arbeitgeber betreffen.